DIAGNOSTIK IN AYURVEDA
Die ayurvedische Urquelle von „Sushruta-Samhita“ steht das Folgende:
„Ein ayurvedischer Arzt muss die Auswirkungen der Doshas, das Alter des Patienten, seine Prakriti (Natur), die Guna (Geisteszustand), in der er sich befindet, seine Lebensenergie, Lebenskräfte, seinen mentalen Status, die Nahrungsmittel, die ein Mensch gewöhnlich isst, seinen Puls und drei Mala vergleichen (Abfälle des Körpers), Fragen über das Wohlbefinden und den Zeitpunkt des Auftretens der Krankheit stellen, und erst danach soll er über die Krankheit nachdenken und eine Diagnose stellen. Dies wirkt sich auf Feststellung der korrekten Diagnose und letztlich auf den Krankheitsverlauf ein. “

Ein ayurvedischer Arzt diagnostiziert eines der Krankheitsstadien mit der „5-Spiegel-Methode“:

  • Pulskontrolle
  • Zungenuntersuchung
  • Untersuchung von Ohrmuscheln
  • Augenuntersuchung
  • Hautuntersuchung

Die ayurvedische Diagnoseprozedur umfasst 8 Arten von Daten (Ashtavidya pariksha), anhand derer die Krankheitsursache bestimmt wird:

  • Nadi Pariksha – Puls
  • Jihva Pariksha – Zunge
  • Drik Pariksha – Augen
  • Mutra Pariksha – Harn
  • Mala pariksha – Stuhl
  • Shabda Pariksha – Stimme und andere Geräusche
  • Sparsha Pariksha – Palpation
  • Akriti Pariksha – Gesamteindruck.

1. Pulskontrolle
Man unterscheidet etwa 150 Arten von pathologischen und physiologischen Puls, die mit der Stärke des Schlags, der Geschwindigkeit, der Frequenz, dem Rhythmus, den Kombinationen usw. erkennbar sind. Der Puls wird mit drei Fingern an drei Punkten der Arteria radialis bestimmt. Jeder Finger des Arztes überprüft einen von drei Doshas – der Zeigefinger bestimmt Vata-Dosha, Mittelfinger – Pitta-Dosha und Ringfinger – Kapha-Dosha. Ein erfahrungsreicher ayurvedischer Arzt kann die Natur Ihres Körpers (Prakriti), den pathologischen Zustand (Vikriti), die Art des Körperdysbalance (Dosha) beurteilen und sogar die zukünftige Krankheit mit einem Puls absehen.

2. Zungenuntersuchung
Die Zunge ist eng mit dem Kapha-Dosha sowie mit dem Magen, dem Darm, dem Herzen, den Nieren und der Leber verbunden, sodass sie den Zustand dieser Organe beschreibt.

Die Zungenspitze gehört dem Herzen und der Leber, die Zungenmitte entspricht dem Magen mit der Bauchspeicheldrüse und Milz, die Zungenwurzel ist für den Zustand des Darms und ihre Seitenabschnitte sind für die Leber und die Nieren verantwortlich. Der Zustand des Zungenkörpers, ihre Farbe und der Charakter der Papillen sowie der Zungenbelag werden getrennt eingeschätzt.

Mit dem überwiegenden Vata-Dosha ist die Zunge trocken, rau mit Rissen, mit dem überwiegenden Pitta ist die Zunge rot, mit einem Brennengefühl, mit dem überwiegenden Kapha-Dosha – Zunge ist feucht, mit einer Schleimschicht bedeckt.

3. Stimmuntersuchung
Mit dem überwiegenden Kapha-Dosha ist die Stimme leise und langsam, unter dem Einfluss von Pitta – rissig und hart, mit der Dominanz von Vata – heiser und rau.

4. Hautuntersuchung
Palpation (Abtastung) ist eine wichtige klinische Methode zur Hautkontrolle. Einige äußere Merkmale weisen auch darauf hin, welche der Doshas außer dem Gleichgewicht steht: mit dem überwiegenden Vata ist Haut trocken und rau bei einer niedrigen Durchschnittstemperatur, mit dem überwiegenden erfolgt der Anstieg der Körpertemperatur und das Überwiegen von Kapha macht die Haut kühl und feucht.

5. Augenuntersuchung
Die Dominanz von Vata sind die Augen zurückgefallen, trocken und rötlichbraun. Mit erhöhtem Pitta sind die Augen rot oder gelb, der Patient leidet an Photophobie (Lichtscheu) und einem Brennengefühl im Sehorgan. Beim überwiegenden Kapha sind die Augen feucht und wässrig, Schwergefühl in Augenlidern.

6. Untersuchung der Gesamtansicht
Der Einfluss von Doshas auf das Gesicht des Patienten ermöglicht es dem Arzt, die allgemeine Konstitution des Patienten und die Krankheitsart zu bewerten.

7. Harnuntersuchung
Um die Wirkung von Doshas während dieser Untersuchung zu beurteilen, ist es wichtig, sowohl eine Urinanalyse als auch eine Patientenbefragung durchzuführen. Eine Variation dieser Untersuchung ist ein Test (Pariksha) mit einem Tropfen (Bindu) von Öl (Tajla), bei der das Einflussergebnis eines Öltropfens auf den Urin die Heilbarkeit der Krankheit bestimmt.

8. Stuhluntersuchung
Im Falle der Störung der Verdauung und der Essensverwertung hat der Stuhl einen bestimmten Geruch und ertrinkt im Wasser. Bei der Dominanz von Vata ist er fest, trocken und grau. Ein Überschuss an Pitta entspricht der grünen oder gelben Farbe und der flüssigen Konsistenz. bei der Dominanz von Kapha ist Stuhl mit Schleim.

Marma-Punkte-Diagnostik
Es gibt 108 Marma-Punkte, von denen 5 die wichtigsten sind (Maha-Marma). Die Diagnostik besteht im Anpressen von Marma-Punkte und Beobachtung der Schmerzhaftigkeit beim Anpressen, sowie Beachtung auf den Zustand der Punkte (Verdichtung, Schwellung, Vertiefung) und die Empfindungsart.